London – 2010
London ist mehr als eine Kulisse. Die Stadt war für mich 2010 ein erster kompromissloser Lehrmeister in Streetfotografie. London – 2010 ist ein schonungsloser Blick auf urbane Begegnungen, auf Reibung zwischen Geschichte und Gegenwart sowie auf Menschen im flüchtigen Moment zwischen Alltag und Inszenierung. Diese Serie sucht nicht nach Postkartenmotiven, sondern nach unerwarteten Spannungen: sozialen Kontrasten, kultureller Vielfalt und Augenblicken, in denen das Fremde plötzlich vertraut wird. Die Fotos entstanden ohne kommerzielles Ziel, ausschließlich mit der Kamera in der Hand, ohne Vorplanung und ohne Inszenierung. Menschen erscheinen nicht als Porträts, sondern als Teile einer pulsierenden urbanen Maschine, die sich ständig formiert und wieder auflöst. Keine perfekten Horizonte, keine sanften Lichter, nur die rohe Energie einer Metropole, die meine fotografische Sprache geprägt hat. London – 2010 ist eine Arbeit über Sehen, Geduld und das Akzeptieren von Unschärfe: visuell wie emotional. Sie richtet sich gegen harmlose Städtereportagen und zeigt stattdessen, wie Streetfotografie entsteht: im Konflikt zwischen Kontrolle und Zufall.


