Blaue Zone
Bluezone ist keine klassische Blaue-Stunde-Serie. Die Fotografien entstanden am Abend unter dem dominanten Einfluss eines überstrahlenden Riesenrads, dessen künstliches LED-Licht den Stadtraum vollständig in einen blauen Farbstich taucht. Das Blau in diesen Bildern ist kein natürliches Übergangslicht, sondern ein visuelles Nebenprodukt von Eventarchitektur, Technik und Überreizung. Die Serie untersucht, wie künstliches Licht Wahrnehmung und Stimmung überlagert. Durch Bewegungsunschärfe, Überstrahlung und reduzierte Kontrolle werden Menschen und Orte Teil eines visuell gesteuerten Systems. Die Aufnahmen folgen bewusst keinen klassischen Regeln der Blue-Hour-Fotografie: Es gibt keine ausgewogenen Farbverläufe, keine ruhigen Spiegelungen und keine harmonische Lichtbalance. Bluezone versteht Streetfotografie als Beobachtung einer künstlich inszenierten Realität. Das LED-Blau verdrängt natürliche Farben, nivelliert Unterschiede und erzeugt eine gleichförmige, beinahe entkörperlichte Atmosphäre. Die Serie richtet sich gegen romantisierte Abendfotografie und zeigt Stadt als Bühne technischer Überformung. Grell, instabil und nicht beruhigend.